Borderlands 2 Review: Was lange währt…

Der Hype um Borderlands 2 war schon mehrere Wochen vor der Veröffentlichung des Spiels kaum zu übersehen. Anzeigen in Zeitschriften, Zeitungen, aber auch natürlich im Fernsehen und bei U-Bahnen in Großstädten weckten hohe Erwartungen. Im folgenden Testbericht wollen wir Dir zeigen, ob sich die Aufregung gelohnt hat und was wirklich hinter Borderlands 2 steckt. Vorab sei bemerkt, dass zur Originalität des Spiels in erster Linie beiträgt, dass es kein reinrassiger Shooter ist. Natürlich steht das möglichst krachende und bombastische Eliminieren unzähliger Gegner im Vordergrund. Daneben jedoch bietet Borderlands 2 eine Vielzahl an Rollenspiel-Elementen, die überaus geschickt mit dem Genre des Shooters verzahnt worden sind.

Wer darf es denn sein?

Dies fängt schon dabei an, dass Du die Wahl hast, welchen Charakter Du übernimmst und durch die Welten von Borderlands 2 führst. Wo viele andere Shooter einen weitgehend blassen, konturenarmen Protagonisten aufbieten, geht es bei Borderlands 2 knallig und bunt zu. Vergleichsweise klassisch kommt noch die Figur des Axton daher, der ehemals eine Laufbahn beim Militär einschlagen wollte, dann jedoch wegen “ungebührlichen Verhaltens” nach Pandora gelangte. Mit Erfahrungspunkten, die im Laufe von Borderlands 2 gesammelt werden, lässt sich entweder Axtons Fähigkeit steigern, erlittene Schäden besser zu verkraften oder aber seinerseits durch eigene Aktionen stärkeren Schaden bei Gegnern zu verursachen. Noch etwas brachialer kannst Du zu Werke gehen, wenn Du Salvador (den “Gunzerker”) in den Weiten von Pandora sein Unwesen treiben lässt. Unter Ausnutzung seiner Spezialfertigkeit, eben dem “Gunzerking”, schießt er mit zwei Waffen zugleich aus vollen Rohren. Dabei regeneriert sich jedoch sowohl sein Munitionsvorrat als auch seine Lebensenergie. Diese Fähigkeit kann dahingehend weiter ausgebaut werden, dass sie im Lauf des Spiels immer häufiger verfügbar wird und Salvador zu einer echten Killermaschine mutiert. Aber auch in der Rolle einer Frau lässt sich Borderlands 2 spielen. Die Quotendame heißt Maya und besitzt übersinnliche Fähigkeiten. Wenn Du sie steuerst, kannst Du z.B. Deine Gegner im Kampf vorübergehend bewegungsunfähig machen, wobei dieser Skill ebenfalls ausgebaut werden kann. Last but not least steht noch ZerO als spielbarer Charakter zur Verfügung, der zu Beginn relativ konturenarm daherkommt. Jedes Mal, wenn Du mit ZerO einen Gegner ausschaltest, erscheint eine Null auf seinem Helm. Je nach Skillung kann Zero sowohl als Scharfschütze wie auch als besonders effektiver Nahkämpfer ausgerüstet werden.

Das Herz von Borderlands 2: Sein Gameplay

Die Atmosphäre von Borderlands 2 wird Dich aller Voraussicht nach schnell in ihren Bann ziehen. Die Landschaften, durch die Du mit Deinem Charakter streifst, sind groß, bunt und in vielerlei Hinsicht überraschend. Dies schlägt sich auch darin nieder, dass neben den zahlreichen Hauptmissionen auch eine Fülle von Nebenmissionen in das Spiel integriert sind. Die Kreativität, die die Entwickler von Borderlands 2 gerade auch bei jenen Nebenmissionen an den Tag gelegt haben, ist sehr beachtlich und trägt wesentlich zum Spielspaß bei. Selbst soweit es sich zum Teil um eher simple gestrickte “find-and-kill”-Missionen handelt, sind diese meistens in eine sehr skurrile und bemerkenswerte Hintergrundgeschichte eingebaut. Zum Spaß an Borderlands 2 trägt auch bei, dass die einzelnen Charaktere im Lauf der Zeit immer deutlichere Konturen gewinnen. Du erfährst Stück für Stück von ihrem Hintergrund, ihrem bisherigen Werdegang und ihrer mentalen Konstitution. Das Kampfsystem als solches, das Borderlands 2 natürlich ganz wesentlich prägt, ist äußerst schnell und actiongeladen. Längere Passagen von ruhigem Schleichen und vorsichtigem Heranpirschen gibt es kaum. In aller Regel lautet die Devise: Attacke und volles Rohr voraus! Langatmigkeit und Phasen des Leerlaufes bleiben damit weitestgehend aus. Erfreulich ist auch, dass bei Treffern sofort angezeigt wird, welche Schäden die Gegner genommen haben. Denn mit einem einzigen platzierten Schuss ist es in der Regel nicht getan – Borderlands 2 verlangt einiges an Feuereinsatz, bevor Kontrahenten das Zeitliche segnen. Besonders viel Spaß macht auch der Koop-Modus von Borderlands 2, in dem sogleich wesentlich mehr Gegner am Werk sind, die das Spiel noch chaotischer und turbulenter machen. Andererseits winken aber auch verbesserte Boni, wenn man Kontrahenten ins Nirvana schickt. Eine kleine Schattenseite ist jedoch, dass fallengelassene Beute nach dem Prioritätsprinzip vergeben wird. Wenn also ein mitspielender Freund von Dir zügiger zur Stelle ist, kassiert er den Bonus ein und Du gehst leer aus. Eine automatisierte und gerechte Verteilung, wie sie bei manch anderen Spielen vorgenommen wird, vermisst man in Borderlands 2. Andererseits lässt sich dies natürlich durch kommunikative Absprache zwischen den Spielern durchaus in den Griff bekommen.

Und was macht die Technik?

Borderlans 2 läuft mit der inzwischen nicht mehr taufrischen Unreal Engine 3. Die insoweit aus anderen Games bekannten kleineren Problemchen treten also auch hier auf. Namentlich fällt auf, dass immer mal wieder Gegner auch sonstige Texturen aus dem Nichts aufploppen. Auch die Qualität der Schatten reicht nicht unbedingt ganz an den heutigen Stand der Dinge heran, was jedoch bei der comicartigen Optik (Cel-Shading) von Borderlands 2 durchaus leicht zu verschmerzen ist. Positiv ist anzumerken, dass die Auflösung der Texturen sehr hoch ist und daher auch die Fans besonders anspruchsvoller visueller Ästhetik mühelos befriedigt. Grafisch sehr ansprechend sind überdies die Reflektionen, die sich auf den Zielfernrohren der jeweiligen Waffen bilden. Die zusätzlichen G-Force-Effekte sind gelungen, ohne jedoch große Augen oder technisches Erstaunen hervorzurufen. Erfreulich ist außerdem, dass die Ladezeiten von Borderlands 2 angenehm kurz ausfallen. Erwähnt werden soll der Vollständigkeit halber noch, dass Borderlands 2 – wie es inzwischen ja zum absoluten Regelfall geworden ist – mit einer Steam-Pflicht ausgestattet ist.

Fazit

Borderlands 2 ist einfach cool. Das Spiel macht unheimlich viel Spaß, ist abgedreht, abwechslungsreich und wird auch nach vielen, vielen Stunden des Zockens nicht langweilig. Die Rollenspielelemente sind so geschickt in die Ballerei eingebaut, dass sich ein harmonisches, überaus originelles und harmonisches Ganzes ergibt. Wenn Du auf knallige Action stehst, kannst Du mit Borderlands 2 kaum einen Fehlgriff machen.

Bildquelle: Gearbox Software, LLC

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