Diablo 3 Review – Blizzard is back

Der neueste Teil der berühmten Spielreihe präsentiert sich in guter, alter Hack-and-Slay Tradition mit einigen netten Neuerungen, aber leider auch ein paar Wermutstropfen. Erneut sucht Diablo, Herr der Hölle, die Welt Sanktuario und seine Bewohner heim. Unterstützt wird er bei seinen Welteroberungsplänen dieses Mal von seinen letzten beiden Brüdern Belial, dem Herrn der Lügen, und Azmodan, dem Herrn der Sünde. Die anderen vier der insgesamt sieben Herren der Unterwelt Andariel, Baal, Duriel und Mephisto wurden bereits im Verlauf der ersten zwei Diablo Spiele vom Spieler besiegt und vernichtet.

Der Einstieg des Spiels beginnt damit, dass Du Dich gute 20 Jahre nach der Geschichte von Diablo 2 auf den Weg machst, einen gefallenen Kometen zu finden. Bereits auf dem Weg dorthin findet sich der Held, also Du, inmitten wandelnder Toter wieder und erfährt von der sich erneut erhebenden Gefahr für die Menschen Sanktuarios.

Die Spielmechanik

Grundsätzlich haben die Entwickler von Blizzard am bewährten Spielprinzip nicht groß etwas verändert. Zu Beginn wählst Du Dir wieder eine von insgesamt fünf verschiedenen Heldenklassen aus. Der Barbar wartet nur darauf, sich wieder mit mächtigen Äxten mitten ins Getümmel stürzen zu können, während sich der Mönch hierbei lieber auf sein Können in geheimen Kampfkünsten mit Fäusten und Füßen verlässt. Im Fernkampf setzt der Dämonenjäger auf die Reichweite seiner Armbrüste, Bögen und Fallen und der Magier entfacht teilweise massiven Flächenschaden mithilfe seiner mehr als beeindruckenden Zauber. Neu hinzugekommen ist der Hexendoktor, der scheinbar den Totenbeschwörer aus Teil zwei ersetzen soll. Mit Flüchen, Gift, beschworenen Spinnen und Zombies rückt er den Angreifern zu Leibe.

In altbekannter Point-and-Click Manier metzelst Du Dich sodann munter durch die in Massen auftauchenden Horden von Gegnern – Maussport par excellence! Die zwischendurch auftauchenden Elitegegner und Bossmonster wie Belial oder Azmodan sorgen dabei für reichlich Nervenkitzel, zumal die Kämpfe in den höheren der insgesamt vier Schwierigkeitsgrade nämlich taktisch immer anspruchsvoller werden.

Neuerungen und Veränderungen

Die erste große Veränderung fällt gleich zu Anfang auf: der Fähigkeitsbaum ist verschwunden. An seine Stelle tritt ein Talentsystem, bei dem Du Dir aus verschiedenen Fähigkeiten, die mit steigender Stufe Deines Helden nach und nach freigeschaltet werden, welche aussuchen und auf die insgesamt vier Aktionstasten verteilen kannst. Diese ersetzen die frühere Trankleiste, bei Diablo 3 gibt es nur noch eine einzige Schnelltaste für Heiltränke. Mit höherem Level schaltest Du zudem noch verschiedene Runen für jede Deiner Fähigkeiten frei. Allerdings kannst Du hiervon jeweils nur eine pro Fertigkeit aktivieren, um diese damit durch besondere Zusatzeffekte zu verstärken. Hierin besteht unter anderem ein großer taktischer Aspekt des Spiels, da die passende Auswahl von Fertigkeiten und ihren Runen über Sieg oder Niederlage entscheiden kann.

Hinzugekommen ist auch das Auktionshaus, in dem Du für Deinen Heroen neue Ausrüstung kaufen oder nicht mehr benötigte verkaufen kannst – wahlweise mit Spielwährung oder echtem Geld. Die Meinungen hierüber gehen sowohl unter Spielern wie auch Kritikern weit auseinander. Immerhin kannst Du hier theoretisch jedes noch so seltene Item kaufen. Vor allem, wenn der mehrfach angekündigte PvP Modus irgendwann einmal integriert werden sollte, hätten hierdurch zahlende Spieler einen deutlichen Vorteil, wettern Gegner des Auktionshauses.

Mit dem vorletzten Patch 1.0.4 wurde das Paragonsystem neu eingeführt. Dies sorgt dafür, dass Du nach Erreichen der bislang maximalen Stufe (Level 60) sogenannte Paragon-Stufen aufsteigst. Bis zu 100 dieser zusätzlichen Stufen kannst Du so mit Deinem Helden erreichen und bislang unerreichte Macht erlangen. Mit jeder Paragonstufe steigen Deine Hauptattribute Stärke, Geschicklichkeit, Intelligenz und Vitalität ebenso, wie zuvor beim normalen Stufenaufstieg. Zusätzlich erhältst Du hier jedoch noch jeweils drei Prozent auf Deinen Gold- und Magiefundbonus.

Sound und Grafik

Auch hier gibt es Positives wie Negatives zu berichten. Der Klang des bevorstehenden Weltuntergangs ist bombastisch, daran hat Blizzard nicht gespart. Die Soundeffekte klingen satt und überzeugend. Alle Dialoge, sowohl in den Zwischensequenzen als auch im gesamten restlichen Spiel, wurden aufwendig und mit guten Synchronsprechern liebevoll vertont. Der Soundtrack ist, wie man es von der Reihe kennt, sehr stimmungsvoll.

Die Grafik ist hübsch gemacht, die Umgebungen sind gut gelungen und tragen zur düsteren Stimmung des Spiels bei. Die Filmsequenzen sind in bekannter Blizzard-Manier wieder einmal hervorragend, die Qualität der Render-Grafiken ist wirklich eine Augenweide.

Leider hängt die Gestaltung der Spielercharaktere der Zeit hinterher. Zwar kannst Du nun endlich selber wählen, welchem Geschlecht Dein jeweiliger Held angehören soll, eine weitergehende, grafische Individualisierung fehlt hier jedoch gänzlich. Dieser Mangel hinterlässt einen recht faden Beigeschmack, insbesondere angesichts des umfangreichen Multiplayer-Modus, welcher bei Diablo 3 eine noch größere Rolle als beim Vorgänger spielt.

Fazit

3,5 Millionen verkaufte Spiele am Erscheinungstag und über 10 Millionen innerhalb der ersten Jahreshälfte 2012 sprechen eine eindeutige Sprache. Blizzard hat hier wieder einmal einen absoluten Hit abgeliefert.

Die Präsentation des Ganzen ist hervorragend, in keinem anderen Spiel kannst Du derzeit so lautstark und effektvoll Horden dunkler Kreaturen das Fürchten lehren. Die Klassen sind gut ausgewogen, wie man es von Diablo Spielen gewohnt ist. Leider sehen sich gleiche Charaktere zu ähnlich, ein wenig mehr Individualismus wäre hier nicht nur schön, sondern auch zeitgemäß und angemessen gewesen. Insbesondere, da die Gegner in den höheren Schwierigkeitsgraden teilweise recht heftig werden und Du zeitweise auf die Hilfe anderer Spieler angewiesen bist.

Dafür ist der Multiplayer-Modus jedoch leicht zugänglich, auch die Ladezeiten sind erfreulich kurz. Sich mit anderen Spielern zu einer Gruppe von bis zu vier Helden zusammenzutun ist angenehm einfach. Zumindest, solange die Server stabil laufen und erreichbar sind. Hier gab es, insbesondere zum Release, deutlich Nachholbedarf, was insbesondere aufgrund des Online-Zwangs während des Spielens zu vielfachen Beschwerden geführt hat.

Alles in Allem kann man sagen, dass sowohl Diablo Veteranen als auch alle anderen Fans handfester Monster-Metzeleien hier voll auf ihre Kosten kommen. Durch die Zufallsgenerierung der Level und die teilweise fordernden Kämpfe in den höheren Schwierigkeitsgraden bietet Diablo 3 einen sehr großen Wiederspielwert, so dass Du an dem opulenten Kampf gegen die Heerscharen der Hölle lange Deine Freude haben kannst.

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