Fifa 13 Review: Neue Kicker braucht das Land

Die Erwartungen an Fifa 13 waren, vorsichtig ausgedrückt, nicht unbedingt niedrig. Wie schon bei seinen zwölf Vorgängern, sollte auch bei der 13. Ausgabe der Fußballsimulation spannendes und zugleich auch realistisches Spielflair geboten werden. Die Verkaufszahlen, die schon kurz nach der Veröffentlichung von Fifa 13 grandios nach oben schnellten, deuten an, dass Electronic Arts mit der neuesten Ausgabe seines virtuellen Kicks wieder einiges richtig und besser gemacht hat. Im folgenden Review wollen wir Dir das Spiel ein wenig näherbringen und verraten, ob sich der Kauf für Dich lohnen könnte.

Verbesserte Zweikämpfe

Electronic Arts hat besonders bei der Ausgestaltung von Zweikämpfen im Vergleich zu Fifa 12 erheblich an Boden gutmachen könnnen. Berechnet wird der Fight um das Leder mittels der Player Impact Engine, wobei hier ein Grad an Realismus erreicht wird, der neue Maßstäbe setzt. Fifa 13 ist nunmehr in der Lage, die Laufbewegungen in Echtzeit zu kalkulieren, ohne dass slapstickartige Szenen zu erwarten sind, wie sie noch beim Vorgänger mitunter kurzzeitig auftraten.

Große Namen und viele bekannte Gesichter

Fifa 13 will um jeden Preis die Tuchfühlung zum realen Spiel halten. Sage und schreibe 500 Fußballteams und mehr als 15.000 (!) Spieler sind mit ihren Originalfarben, den realen Trikots und natürlich den richtigen Namen in der Spielwelt von Fifa 13 präsent. Die Orientierung am Detail setzt die Messlatte wirklich enorm hoch. Wenn Du mit Deiner Spielfigur z.B. einen schmächtigen, kleinen Spieler des Gegners rüde anrempelst oder in ihn hineinläufst, so wird dieser mit einer beachtlichen Flugbewegung unversehens auf dem grünen Rasen liegend wiederfinden. Kollisionen zwischen gleichermaßen stämmigen Spielern führen demgegenüber eher nur zu einem leichten Stolperer. Dadurch bewirkt Fifa 13, dass jeder Zweikampf und jede Interaktion zwischen den Akteuren auf dem Rasen immer wieder neu ausfällt. Deshalb wird es sehr lange dauern, bis Du das Gefühl hast, nun schon alles von Fifa 13 gesehen zu haben.

Improvisionen bei der KI & Verändertes Passverhalten

Eine der von Electronic Arts werbewirksam angekündigten Innovationen bei Fifa 13 ist die “Attacking Intelligence”. Dies beschreibt im Grunde nichts anderes als den Umstand, dass Deine Spieler, während Du den Ball führst, mehr taktisches Geschick bei der Wahl ihrer Positionen an den Tag legen. Wenn Du Dich z.B. hinter die Abwehrkette des gegnerischen Teams begeben hast, so kannst Du damit rechnen, dass Spieler von Deinem eigenen Team sich auch *vor* der Kette aufhalten werden. Dadurch wird es Dir ermöglicht, Anspielstationen zu finden, ohne in die Gefahr zu geraten, dass der Angriff wegen Abseits abgepfiffen wird. Außerdem versuchen die “passiven” Spieler Deiner Mannschaft, durch intelligent gewählte Laufwege Verteidiger des Gegners an sich zu binden. Das soll ermöglichen, dass Du häufiger mehr Raum hast, um einen gefährlichen Pass zu spielen oder womöglich auch einen erfolgreichen Abschluss zu versuchen. Apropos Pässe: Bei Fifa 13 ist es nun keine Selbstverständlichkeit mehr, dass Du den Ball wie von Zauberhand von A nach B verlagern kannst. Denn es passiert vor allem zu Beginn des Spiels überraschend oft, dass der Ball einfach vom Fuß abprallt und dann von einem Gegner in Beschlag genommen wird. Für Deine eigene Abwehr kann das natürlich äußerst vorteilhaft sein, weil auf diese Weise so mancher gefährliche Angriff des Gegners urplötzlich in sich zusammenfällt. Wenn Du jedoch bei Deinem eigenen Offensivspiel eine höhere Pass-Sicherheit erzeugen möchtest, solltest Du diese Fähigkeit trainieren. Auch in diesem Bereich hat Fifa 13 also einen noch höheren Grad an Realismus aufzubieten als seine Vorgänger.

Und was sagt das Publikum?

Einer der Schwachpunkte in der Fifa-Serie war, dass das Publikum oftmals ziemlich leblos gewirkt hat. Leider hat auch Fifa 13 das Rad an dieser Stelle nicht neu erfunden. Die Zuschauer erwecken primär den Anschein einer Masse aus Statisten, wo sich niemand sonderlich vom anderen unterscheidet. Dies gilt jedoch nicht in Bezug auf die Geräuschkulisse! Wird ein Spieler der Heimmannschaft gefault, so ertönt zügig ein gellendes Pfeiffkonzert, ebenso wie natürlich frenetischer Jubel aufbrandet, wenn ein Tor fällt. Überhaupt ist der Sound von Fifa 13 äußerst gelungen, was auch für die Spielgeräusche selbst gilt (Tritte gegen den Ball, Pfostenschüsse, Pfiffe des Schiedsrichters usw.). Unterschiede zur Übertragung eines realen Spiels im Fernseher lassen sich hier kaum noch erkennen. Außerdem ist zumindest an der Linie ein wenig mehr los, als bei Vorgängern von Fifa 13. Wild gestikulierende Trainer versuchen, durch Kommandos das Spiel zu beeinflussen und auch Polizisten und Kameramännern kannst Du bei ihrer Arbeit zuschauen – sofern Dir das Spiel die Zeit dazu lässt. Vielleicht bleibt es dem Nachfolger von Fifa 13 vorbehalten, hinsichtlich der visuellen Präsentation der Zuschauerblöcke noch eine Schippe draufzulegen.

Ein Häppchen Managertum

Natürlich ist es auch in Fifa 13 wieder möglich, Spieler zu kaufen und zu verkaufen, um dadurch die eigene Mannschaft aufzupeppen. Im Vergleich zur Vorgängerversion kommt Fifa 13 aber nun mit weniger Textmassen aus. Zudem wird der Spielermarkt durch einige flexibilisierende Faktoren bereichert. Befindet sich z.B. die Moral eines eigentlich hervorragenden Spielers gerade auf dem Tiefpunkt, so sinkt auch sein Marktwert entsprechend. Ebenso verhält es sich mit dem Alter des jeweiligen Kickers.

Fazit

Fifa 13 ist keine Revolution im Bereich des virtuellen Kicks. Das tut aber auch gar nicht Not. Es genügen schon einige Verbesserungen in den Details, um eine wahrlich gute Fußballsimulation auf die Beine zu stellen – und das ist Electonic Arts ohne Zweifel gelungen. Wenn Du realismusverliebter Fußballfan bist, der gerne am Puls der Zeit sein möchte, wirst Du mit Fifa 13 viele, viele Stunden Spielspaß genießen können.

Bildquelle: Electronic Arts Inc.

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